Ab der dbFakt Version 8.36 können Produktionsstücklisten bzw. Stücklisten als Rezeptur definiert werden.

Die Stücklistenart „Rezeptur“ bietet mehr Flexibilität bei der Produktion. Im Gegensatz zu einer klassischen Produktionsstückliste können die tatsächlich verwendeten Bestandteile und Mengen direkt beim Artikelzugang angepasst werden.

Unterschied zur klassischen Produktionsstückliste

Bei einer klassischen Produktionsstückliste sind die benötigten Bestandteile und deren Mengen fest vorgegeben. Wird ein Artikelzugang für den produzierten Artikel gebucht, werden die hinterlegten Bestandteile entsprechend der produzierten Menge automatisch berechnet und umgebucht.

Bei einer Rezeptur verwendet dbFakt diese Berechnung zunächst ebenfalls als Vorgabe. Vor der endgültigen Buchung können Sie die tatsächlich eingesetzten Mengen und Bestandteile jedoch bearbeiten.

Beispiel aus der Produktion

Ein typisches Beispiel ist die Herstellung von Schokoladeneis.

Für die Produktion ist eine grundsätzliche Rezeptur hinterlegt. In der Praxis können sich die tatsächlich benötigten Mengen jedoch von Produktionsvorgang zu Produktionsvorgang unterscheiden. So wird beispielsweise etwas mehr Zucker, Dextrose oder Milch benötigt.

Mit einer klassischen Produktionsstückliste lassen sich solche Abweichungen nicht unmittelbar bei der Produktionsbuchung berücksichtigen. Die Stücklistenart „Rezeptur“ ermöglicht es dagegen, die tatsächlichen Verbrauchsmengen direkt zu erfassen.

Rezeptur beim Artikelzugang bearbeiten

Buchen Sie wie gewohnt einen Artikelzugang für den zu produzierenden Artikel.

Ist für diesen Artikel eine Stückliste der Art „Rezeptur“ hinterlegt, zeigt dbFakt anschließend einen zusätzlichen Dialog mit den für die Produktion vorgesehenen Bestandteilen an.

Die benötigten Mengen werden anhand der produzierten Menge und der in der Rezeptur hinterlegten Mengen automatisch berechnet und vorgeschlagen.

In diesem Dialog können Sie die Rezeptur an die tatsächlich verwendeten Bestandteile anpassen:

  • Mengen ändern: Die von dbFakt vorgeschlagene Menge kann direkt überschrieben werden. Wurden beispielsweise statt 12 Einheiten tatsächlich 24 Einheiten eines Bestandteils verwendet, tragen Sie die Menge 24 ein.
  • Artikel hinzufügen: Über den Plus-Button können weitere Artikel zur aktuellen Produktionsbuchung hinzugefügt werden.
  • Positionen entfernen: Nicht verwendete Bestandteile können aus der aktuellen Rezeptur entfernt werden.
  • Chargen auswählen: Wenn Sie mit Chargen arbeiten, können Sie für die verwendeten Bestandteile die tatsächlich eingesetzten Chargen auswählen.

Vorteil der Rezeptur

Die Stücklistenart „Rezeptur“ verbindet damit die automatische Berechnung einer Produktionsstückliste mit der notwendigen Flexibilität bei der tatsächlichen Produktion.

dbFakt berechnet zunächst, welche Bestandteile aufgrund der hinterlegten Rezeptur und der produzierten Menge benötigt werden. Anschließend können Sie diese Vorgaben an den tatsächlichen Materialverbrauch anpassen.

Dadurch können Abweichungen zwischen einer Standardrezeptur und der realen Produktion unmittelbar beim Artikelzugang berücksichtigt und entsprechend gebucht werden.